Cardano – Ein Hoch auf die Wissenschaft

Cardano – Ein Hoch auf die Wissenschaft

Ein smarter Flickenteppich

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Eine Stiftung, ein kommerziell ausgerichtetes Unternehmen namens Emurgo und die Tech-Company IOHK. Das ist Cardano! Die Cardano-Plattform ist ein wahrer Jungspund. Ihre Entwicklung begann zwar bereits im Jahre 2015, aber die erste offizielle Veröffentlichung fand erst am 1. Oktober 2017 statt. Federführen bei Cardano ist Charles Hoskinson, ein ehemaliger Mitentwickler von Ethereum und weiterhin vielbeachteter Guru der Kryptoszene.

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Die Besonderheit bei Cardano ist der wissenschaftliche Entwicklungsansatz. Neben dem CEO von IOHK (Input Output Hong Kong), angesprochener Charles Hoskinson, sind viele renommierte Wissenschaftler und Blockchain-Experten an der Entwicklung von Cardano beteiligt. Ein gutes Team gilt in der Kryptowelt als Garant für ein erfolgreiches Projekt. Daher werden sämtliche Errungenschaften bei der Entwicklung vor der endgültigen Abnahme und Einbindung in das Projekt der Krypto-Community vorgelegt, die ein Peer Review durchführt.

Peer Reviews kann man sich als mittelalterliche Inquisition vorstellen, bei der der auf der Programmiersprache Haskell basierende Quellcode von einer großen Anzahl technikaffiner Programmierer und Krypto-Enthusiasten auf Herz und Nieren geprüft wird. Gerade dieser Ansatz stellt ein herausragendes Qualitätsmerkmal für die ständig wachsende Krypto-Community dar. Daher wird das Cardano-Projekt bereits jetzt als absehbarer Nachfolger von Bitcoin und Ethereum gehandelt.

Cardano konzentriert sich auf drei Kernprobleme der Vorgängergenerationen:

  • Skalierbarkeit bedeutet die Fähigkeit der Blockchain, sich an steigende Nutzerzahlen und Anforderungen dynamisch anpassen zu können. Sie wächst sozusagen ohne Leistungseinbußen mit. Hierfür kommt ein Proof-of-Stake-Verfahren namens Ouroboros zum Einsatz, welches einige bahnbrechende Innovationen beinhalten wird.
  • Das zweite Kernproblem ist die Interoperabilität. Cardano möchte den Tausch seiner eigenen Kryptowährung ADA (nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace) in reguläre Währungen wie Euro, Dollar, etc. ohne die Notwendigkeit einer Kryptobörse ermöglichen. Echte Währungen nennt man in der Kryptowelt FIAT-Währungen. Darüber hinaus sollen Kryptowährungen untereinander getauscht werden können, also beispielsweise ADA in Bitcoin und umgekehrt.

    Damit diese ambitionierten Ziele erreicht werden können, gibt es eine eigene Wallet namens Daedalus, die für die meisten Betriebssysteme verfügbar ist und heruntergeladen und ausprobiert werden kann.

  • Das letzte Problem, das Cardano zu lösen versucht, ist die fehlende Nachhaltigkeit bisheriger Kryptowährungen.
    Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Kontext die aktive Beteiligung der ADA-Besitzer an der weiteren Entwicklung des Projekts. Dieses Ziel lässt sich zweifellos als demokratischen Ansatz verstehen.

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Die Entwicklung von Cardano wird voraussichtlich 2020 mit der Voltaire-Phase abgeschlossen. Den aktuellen Entwicklungsstand kann man im Internet in der Cardano Roadmap verfolgen, welche entsprechend des angezeigten Countdowns aktualisiert wird. Cardano schickt sich gleichermaßen als Quasi-Standard für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen an. Für deren Entwicklung sollen leicht erlernbare Hochsprachen zum Einsatz kommen, die ab Ende Juli 2018 in einem Test-Netzwerk ausprobiert werden können.

Der erste Kurspreis des ADA-Coins betrug am 18. Oktober 2017 etwa 2 Eurocent. Sein Allzeithoch erreichte er am 4. Januar 2018 mit 0,97 Euro, was etwa einer Verfünfzigfachung entspricht. Danach ging es durch den Marktcrash bergab auf knapp 11 Eurocent. Aktuell bewegt sich der Kurs bei 0,15 Euro (Sommer 2018), wobei mit der Veröffentlichung der nächsten Projektphase Shelley ein Bullrun mit starken Kurssteigerungen eintreten könnte. Bei fallenden Kursen spricht man übrigens von einem Bärenmarkt. ADA lässt sich aktuell komfortabel auf Binance * im Austausch mit Ether (ETH) oder Bitcoin (BTC) erwerben.

Cardano ist in der Tat ein legitimer Nachfolger von Bitcoin und Ethereum, wobei er wegen der hohen Anzahl von 26 Milliarden verfügbarer Coins vermutlich niemals das Kursniveau seiner Vorgänger erreichen wird. Ein mittelfristiger Kurs von 10 Euro pro Münze ist für das Jahr 2022 durchaus eine realistische Vorhersage, wenn die erhoffte Akzeptanz von Kryptowährungen durch die breite Masse tatsächlich eintritt.


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Dieser Artikel ist auch in einer angepassten Version auf Chip.de und Focus.de erschienen.