Kryptohandel für Einsteiger: Fünf häufige Fehler, die Geld kosten

Kryptohandel für Einsteiger: Fünf häufige Fehler, die Geld kosten

Fehler 1: FOMO – Fear Of Missing Out

Die Fear Of Missing Out bedeutet beim Kryptohandel so viel wie die Angst, sichere Kursgewinne zu verpassen. Beim Handel mit Kryptowährungen tritt diese gewöhnlich bei rasch steigenden Währungskursen auf. Man möchte noch am Erfolg teilhaben und vermeintlich leichtes Geld verdienen.

Der Kryptomarkt unterliegt in Deutschland aktuell keiner nennenswerten staatlichen Regulierung, so dass eine Manipulation der Währungskurse sehr einfach durch internationale Großinvestoren gesteuert werden kann. Nach dem Kauf von Kryptowährungen im Wert von vielen Milliarden Euro steigt die gesamte Marktkapitalisierung und somit auch der Kurs einzelner Kryptotokens.

Sobald die Kurse steigen, kommt es genau zu dem beschriebenen FOMO-Effekt. Kleinanleger wie Sie und ich hoffen dann ebenfalls auf einen schnellen Profit und investieren einen vergleichsweise bescheidenen Euro-Betrag in Kryptowährungen. Als Konsequenz wird der klare Preisanstieg nach oben noch weiter befeuert und weitere (Klein-)Anleger springen auf den Zug zum Mond auf.

Ist ein gewisser Zielkurs erreicht, verkaufen die ursprünglichen Großinvestoren ihre Kryptotokens – teilweise oder ganz. Genau wie bei Aktienspekulanten fällt der Kurs anschließend wegen offensichtlich sinkenden Interesses spürbar, so dass späte Investoren in der Folge deutliche Verluste ihrer Investitionen hinnehmen müssen.

Fehler 2: Falling Knife – Fallende Messer tun weh

Bei fallenden Kursen tritt ein anderer Effekt auf: Kryptowährungen scheinen erneut zu einem akzeptablen Preis verfügbar zu sein, so dass nun wieder in die günstigen Münzen investiert wird.

Problematisch wirkt sich hierbei jedoch aus, dass dem Anleger natürlich nicht bekannt sein kann, wie tief der Kurs tatsächlich fallen wird, bis er die Talsohle erreicht hat. Diese Sohle zeichnet sich durch eine unterstützende Wirkung auf den Kurs aus. Sie wird nicht oder nur minimal unterschritten werden, weswegen man man bei ihr von einem Support spricht.

Der Kauf von Kryptowährungen bei fallenden Kursen ohne Kenntnis oder Vermutung eines Supports, ist mit dem Griff in ein fallendes Messer vergleichbar. Man kauft Tokens und sieht ihnen anschließend beim weiteren Kurssturz zu. Der Griff in ein fallendes Messer ist sehr schmerzhaft!

Fehler 3: FUD – Fear, Uncertainty, Doubt

FUD beschreibt negative Gefühle wie Furcht, Ungewissheit und Zweifel (Fear, Uncertainty, Doubt), wenn der angestrebte Wohlstand durch den Handel mit Kryptowährungen nicht wie erwünscht vonstattengeht. Die Kurse steigen aus unerklärlichen Gründen einfach nicht, sondern verweilen auf niedrigem Niveau oder unterschreiten dieses sogar.

Artikel Fehler Kryptohandel, Bild Juhele-publicdomainq-business-man-apology

Die Erklärungssuche dafür ist nur menschlich. Hierbei tritt allerdings ein Problem auf: Anderen Investoren geht es in der Regel genauso und sie drücken es auch so in sozialen Medien oder auf Youtube-Kanälen aus: Mein ganzes Geld ist weg., Hätte ich bloß niemals investiert., Meine Freunde hatten doch Recht., Was hätte ich nicht alles für das verlorene Geld kaufen können?

Menschen sind Rudeltiere und negative Kommentare führen blitzartig zu negativen Gefühlen und bohrenden Fragen wie die oben vorgestellten. In diesem Moment muss man als Investor ein dickes Fell haben und einfach hodlen – Hold On For Dear Life: Behalte die Tokens, um Gottes Willen! Verloren ist das Geld nämlich erst beim Verkauf der Kryptotokens zum aktuellen Niedrigpreis.

Fehler 4: YouTube-“Experten” – Inkompetenz in Videoform

“Hallo. Hier ist der Krypto-Lars und heute möchte ich euch erläutern, warum Cardano von aktuell 20 Eurocent bis Ende des Jahres auf 64,98 Euro steigen wird. In diesem Video erfahrt ihr die Gründe.”

Ich weiß nicht genau, warum wir Deutschen sofort eine Autorität mit Expertenwissen vor uns wähnen, sobald jemand im Fernsehen oder auf Video-Plattformen im Internet auftritt. Vielleicht sind wir einfach so erzogen worden, dass niemand ins Fernsehen darf, wenn er keine Ahnung (vom Kryptohandel) hat. Dem (öffentlich-rechtlichen) Fernsehen und seinen Machern können wir eben blind vertrauen!

Tatsächlich kann sich jedes 14-jährige Kiddie mit einer Webcam nach der Schule (und hoffentlich den Hausaufgaben) als Experte gerieren und seine subjektive Meinung in die Welt hinausposaunen.

Dass die angepriesenen Sensationsnachrichten teilweise vollkommen unwichtig oder schlichtweg falsch sind, interessiert hier nur am Rande. Schließlich lässt sich in den Videos ausgezeichnet für den eigenen T-Shirt-Shop oder Partner-Links zu anderen Webseiten werben, die ein bequemes passives Einkommen versprechen.

Lassen Sie sich gerne von diesen Videos unterhalten und nehmen hier und da vielleicht wirklich einen brauchbaren Hinweis mit, aber verlassen Sie sich bitte nicht ernsthaft auf die Pseudoexpertise irgendwelcher Hobby-Youtuber!

Fehler 5: Sorglosigkeit – Et hätt noch emmer joot jejange

Sorglosigkeit hat viele Gesichter. Hier nur kurz zwei Ausprägungen davon:

  1. Kritikloser Glaube an Aussagen
  2. Diese Form der Sorglosigkeit hängt eng mit dem Vertrauen in oben erwähnte Youtube-“Experten” zusammen. Sie glaube die Aussagen anderer Personen, ohne sie je kritisch zu hinterfragen. Denken Sie bitte daran, dass Ihr eigenes Geld in dem Krypto-Investment steckt!

  3. Offenherzigkeit bei privaten Schlüsseln
  4. Private Schlüssel entsprechen einem geheimen Passwort, durch das Sie Zugriff auf die Brieftasche mit Ihren Kryptotokens erhalten. Geben Sie ihn niemals leichtfertig aus der Hand! Ansonsten könnten Sie auch direkt Ihre Geldbörse auf die Straße werfen.

Dieser Artikel ist auch in einer angepassten Version auf Chip.de und Focus.de erschienen.